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v.l.: Jan Landmann, Silke Voges, Joachim Eggers, Jens Wissendaner und Henryk Pilz, Foto: Dr. Elvira Strauß

Silke Voges glänzt bei MOZ-Wahlarena

Silke Voges, Foto: Dr. Elvira Strauß
Foto: Dr. Elvira Strauß

 
Es kommt nicht so oft vor, dass in der Löcknitz-Grundschule nach 19 Uhr die Mensa hell erleuchtet ist. Am 31. Januar 2018 war das aber der Fall. Die Märkische Oderzeitung hat es geschafft, in den Räumen der Schule eine öffentliche Veranstaltung durchführen zu dürfen. Über 100 Erkneranerinnen und Erkneraner waren der Einladung zu dem traditionellen Forum vor der Bürgermeisterwahl gefolgt. Sie nahmen alle vier Kandidaten, Jan Landmann (SPD), Silke Voges (parteilos auf der Liste der LINKEN), Hendryk Pilz (CDU-Fraktionsvorsitzender als Einzelkandidat) und Jens Wissendaner (Einzelkandidat) genauestens unter die Lupe. Alle vier meisterten die Anstrengung, nach einem ausgefüllten Arbeitstag noch einmal zweieinhalb Stunden Rede und Antwort zu stehen, mit Erfolg. Kondition haben sie alle.


Im Mittelpunkt des Interesses der Wählerinnen und Wähler standen Fragen zu den Themen Verkehrs- und Parkplatzprobleme, barrierefreie, und attraktive Gestaltung der Stadt, zum Zusammenhang von Umweltschutz und Wohnungsbau und zur Erhöhung der Sicherheit in Erkner. Gefragt wurde auch nach den Ideen der Kandidaten zur Entwicklung der Kitas und Schulen, zur Ausgestaltung des Tourismus und des Mittelzentrums Erkner sowie zu den Beziehungen der Stadt zum Umland. Natürlich wollten die Gäste von den Bürgermeisterbewerbern gern wissen, welche Erfahrungen und Kenntnisse sie mitbrächten, welche Arbeit sie unmittelbar nach der Wahl in Angriff nehmen wollen und welche Ziele sie sich für ihre Amtszeit stellen.

Silke Voges arbeitet seit 25 Jahren in der Verwaltung des Berliner Stadtbezirks Treptow-Köpenick, war davon lange Zeit im Sozialamt. Seit einigen Jahren leitet sie den Bereich Personalentwicklung. „Ich weiß, wie Verwaltung tickt und kenne die richtigen Fragen, die ich Mitarbeitern der verschiedenen Ressorts stellen muss“, sagt sie. „Zufriedene Mitarbeiter sind gesund und arbeiten gern. Und: “Ein Mitarbeiter der Verwaltung soll sich zukünftig mit dem Thema Wirtschafts-/Tourismusförderung befassen und zentrale Anlaufstelle sein“


Wenn sie Bürgermeisterin ist, will sie das „Gläserne Rathaus“ mit Informationen und den Dialog mit den Bürgern sowie einen Bürgerhaushalt, bei dem Einwohner über den Haushalt mitbestimmen können einführen, den Bahnhof und sein Umfeld attraktiv und barrierefrei gestalten. Ihr Herz schlägt für einen bedarfsgerechten ÖPNV, auch für Rufbusse und für ein Radwegenetz mit sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten, etwa in Form eines Fahrradparkhauses oder -boxen. Alles, was anregt, das Auto stehen zu lassen, wird unterstützt, auch dezentrale Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. Durchgehende Lärmschutzwände an der Bahn will sie erkämpfen. Im Trinkwasserschutzgebiet, wo sich der Brunnen mit der höchsten Trinkwasserqualität befindet, gibt es mit ihr keine weitere Bebauung. Die Qualität unseres Trinkwassers soll weiterhin gewährleistet werden. Selbstverständlich ist dies, wie Frau Voges am Beispiel von Bernau erzählt, leider nicht mehr überall der Fall; hier müssen sich Bürger ihr Wasser bereits aufbereiten oder im Supermarkt kaufen.


Ein Baulückenkataster der Stadt soll die vorhandenen Wohnungsbaumöglichkeiten in der Stadt ausweisen. In KITAs geht es um die Verbesserung der Qualität des Essens und der Betreuung der Kinder. Eine zentrale Anlaufstelle im Rathaus zur Unterstützung der Kita-Platz-Anmeldungen ist denkbar. Die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden könnte mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender beginnen.


Silke Voges betrieb in der Wahlarena auch ausführlich agenda setting – sie benannte Themen, setzte Schwerpunkte und gewann mit ihrer lockeren Art viele Sympathien. Bemerkenswert waren Voges‘ Sachkenntnisse zu Fragen der Sicherheit in Erkner – eigentlich das Steckenpferd von Jan Landmann sollte man meinen! Frau Voges räumte das Thema ab, erklärte fundiert die Risiken von Sicherheitspartnerschaften und formulierte ihre Ansichten in aller Gänze aus – Landmann konnte auch hier nicht punkten, er blieb wie so oft an diesem Abend vage.


Herr Pilz wurde derweil nicht müde zu betonen, wie schön Erkner doch sei, musste sich jedoch die Frage gefallen lassen, wie unabhängig er nun wirklich sei, hatte er doch lange gehofft als gemeinsamer Kandidat von CDU und SPD nominiert zu werden.


Herr Wissendaner teilte viele Positionen von Frau Voges. Allein seine Bereitschaft zur Kandidatur verdient hohe Anerkennung.


Am Ende der Veranstaltung wurde klar: Ein „Weiter so“ wird es mit zwei der vier KandidatInnen nicht geben!



Dr. Elvira Strauß, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der SVV Erkner
Mario Hausmann, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der SVV Erkner